Lebenslanges Lernen: Warum Sie nie aufhören sollten
Die dreizehn Schuljahre sind überstanden, danach folgt vielleicht noch ein Studium, eine Ausbildung und einige Praktika - doch dann ist es geschafft - Sie haben alles gelernt, was Sie brauchen. Diese ironische Darstellung stimmt natürlich ganz und gar nicht. Im Gegenteil: Wer sich daran hält, wird es im späteren Berufsleben schwer haben, sich durchzusetzen. Lebenslanges Lernen – was zunächst wie ein Urteil klingt, birgt für Arbeitnehmer große Chancen - beruflich, privat sowie für die Persönlichkeitsbildung und -entwicklung. Es gibt viele Gründe, warum auch Sie nie aufhören sollten, Ihr Wissen zu erweitern...

Lernen ist keine Strafe!

Zugegeben: Lebenslänglich klingt eher bedrohlich als spaßig, aber das liegt in erster Linie an den negativen Assoziationen mit dem Wort und daran, was wir mit dem Begriff Lernen verbinden: Anstrengung, Ausdauer und teilweise auch Langeweile. Wenn überhaupt, ist das aber nur eine Seite der Medaille. Meist gerät in Vergessenheit, was Lernen auch sein kann:

  • Spaß
  • Unterhaltung
  • Glück
  • Zufriedenheit
  • der Motor für Ihre Karriere

Denken Sie dahingehend um - es lohnt sich. Denn vor allem im Berufsleben ist lebenslanges Lernen längst nicht mehr Kür, sondern Notwendigkeit. Die Globalisierung, der rasante technische Fortschritt und der demographische Wandel bedingen, dass wir uns in immer kürzerer Zeit zunehmend mehr Wissen aneignen müssen.

Branchen entwickeln sich rasant weiter

Nehmen wir als Beispiel den IT-Sektor: Was gestern noch hochmodern war, geht heute - überspitzt gesagt - gerade noch so als Standard durch, ist aber morgen überholt. Sicherlich entwickelt sich nicht jeder Bereich in so rasantem Tempo. Fakt ist aber, dass das Lern- und Arbeitspensum branchenübergreifend an Fahrt aufnimmt. Tendenz steigend.

Gleichzeitig herrschten noch nie bessere Voraussetzungen, sein Wissen zu erweitern. Während heutzutage das Netz mit seinen Wikis, Foren und Wissensdatenbanken den Zugang zu Bildung zum reinsten Kinderspiel macht, sah das früher anders aus. Wissen auf Knopfdruck gab es noch nicht und auch der der Zugang zu Büchern war nicht immer so selbstverständlich wie heutzutage.

Wissenslücken spielerisch schließen

Ollyy/shutterstock.comHinzu kommt, dass der Erwerb von Wissen nicht trocken oder spröde sein muss. Stichwort: Gamification. Inzwischen gibt es zahlreiche Module oder Seminarangebote, die es ermöglichen, seinen Horizont spielerisch zu erweitern und neue Erkenntnisse langfristig im Kopf zu verankern.

Auch Unternehmen haben die Bedeutung kontinuierlicher Weiterbildung längst erkannt und investieren zunehmend in das Know-How ihrer Mitarbeiter. Natürlich nicht ohne ein gesundes Maß an Eigennutz. Schließlich fließen die hinzugewonnenen Fähigkeiten eins zu eins ins Unternehmen ein und kurbeln den Umsatz an.

Nutzen Sie diese Chance Ihrerseits:

  • Machen Sie sich durch den Aufbau von Spezialwissen unersetzlich: Nur Sie können bestimmte Aufgaben übernehmen oder lösen.
  • In Ihrer eigenen Firma macht Sie das zum unangefochtenen Experten, gegenüber anderen potenziellen Arbeitgebern steigert die Portion Extra-Wissen derweil Ihren Marktwert erheblich.
  • Expertentum spricht sich in Fachkreisen leicht herum, insbesondere im Zeitalter der Business-Netzwerke. Das Beste: Sie haben es sogar selbst in der Hand. Machen Sie Ihre Expertise in Ihrem Profil oder einschlägigen Diskussionsgruppen publik. Sie werden auf diese Weise schnell auch über die Grenzen Ihrer Firma hinaus als Kompetenzträger wahrgenommen.
  • Wann Sie die nächste Stufe auf der Karriereleiter nehmen, ist dann nicht mehr eine Frage der Zeit, sondern des Wollens. Sie können es sich aussuchen.

Es gibt aber noch mehr schlagende Gründe, warum es sich lohnt, vorhandene Wissenslücken zu schließen, oder Wissensgebiete neu zu erschließen:

Wissen macht glücklich

Lernen kann auch mal hart und frustrierend sein, das wissen wir alle. Insbesondere gilt das für Inhalte, mit denen wir an die Kapazitätsgrenzen unseres Gehirns stoßen. Programmierer erleben das etwa beim Schreiben neuer Programme immer wieder. Oder Wissenschaftler, die bei der Erforschung von Naturphänomenen oder seltener Krankheiten jahrelang nach dem einem winzigen Teilchen suchen, das das Wissenschafts-Puzzle komplettiert.

Umso größer ist das Glücksgefühl, wenn das Ziel erreicht ist. Erfolg wirkt wie eine natürliche Droge. Bis dahin sorgen auch die einzelnen Etappensiege für ausreichend Freude und Motivation. Studien bestätigen das: Das Erreichen der besonders ehrgeizigen Ziele macht uns umso glücklicher. Es liegt also nahe, sich den anspruchsvollen Aufgaben im Leben zu stellen und ihnen nicht auszuweichen.

Aber diese Rechnung geht wohlgemerkt nur auf, wenn Sie sich To Do's zuwenden, die auch wirklich erreichbar sind. Sonst ist der Frust groß.

Wissen lehrt Demut

Ollyy/shutterstock.comAn dieser Stelle muss mal kurz Sokrates herhalten, der bekanntlich, wusste, dass er nichts wusste. Sprich: Die Ahnung von dem, was wir noch nicht verstanden haben, wächst mit jeder neuen Erkenntnis. Umso mehr Fragen kommen in den Sinn. Genauso wird es Ihnen auch gehen.

Haben Sie einen Sachverhalt verstanden, begreifen Sie, welche neue Wissenspritze als nächstes auf Ihrer persönlichen Bildungs-Agenda stehen sollte.

Das klingt für Sie jetzt vielleicht ein wenig frustrierend. Aber es hat auch sein Gutes. Überlegen Sie doch einmal, was das mit Ihrer Persönlichkeit macht: Sobald Sie wissen, was Sie nicht wissen, ist es unwahrscheinlich, dass Sie als arroganter Gockel herumstolzieren und mit Ihrem Know-how prahlen.

Im Gegenteil: Sie haben Respekt vor dem Wissen anderer und strahlen diesen aus. Das macht Sie im beruflichen Umfeld zu einem smarten Typen, mit dem man überdies auch gut auskommen kann.

Scheuen Sie nicht, Ihr Wissen weiterzugeben

Nur wer sich Wissen angeeignet hat, kann es auch weitergeben. Als Kollege, Teamleiter oder Geschäftsführer einer Firma sollten Sie das als Teil Ihrer Aufgabe verstehen. Andere können aus Ihren Erfahrungswerten lernen und diese im Idealfall in Ihrem Sinne weiterentwickeln.

Sie fürchten, damit nun doch ersetzbar zu werden? Es ist der Lauf der Dinge, dass Sie einges Tages altersbedingt aus dem Unternehmen ausscheiden. Bis dahin ist Ihre Expertise allerdings gefragt. Durch die Weitergabe Ihres Wissens tragen Sie außerdem zum langfristigen Erfolg des Unternehmens bei, da wichtiges Know-How an junge Mitarbeiter weitergegeben wird.

Und ist es dann nicht umso beruhigender, dass die Prozesse und Operationen so weitergeführt und -entwickelt werden, wie Sie sie angedacht und implementiert haben?

[Bildnachweis: Ollyy by Shutterstock.com]